Ratgeber

Schanigarten und Gastgarten beschatten: Was in Wien erlaubt ist

Im Schanigarten auf dem Gehsteig gelten andere Regeln als im Gastgarten auf eigenem Grund oder auf der Hotelterrasse. Hier steht, was wo möglich ist.

Stand: Oktober 2026 · Von Seelavie Sonnenschutz & Überdachung, Fachbetrieb für Sonnenschutz und Überdachungen aus 1210 Wien

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Bewilligung nötig ist, entscheidet im Einzelfall die Behörde; die Regeln können sich ändern.

Kurz gesagt

  • Der Schanigarten liegt auf öffentlichem Grund und braucht eine Bewilligung des Bezirksamts.
  • Dort sind kein festes Dach, keine Seitenwände und kein senkrechter Wetterschutz erlaubt.
  • Am Gehsteig sind als Sonnenschutz nur Schirme oder Markisen an der Fassade möglich, einheitlich und beweglich.
  • Für Schanigärten gelten das ganze Jahr dieselben Regeln.
  • Im privaten Gastgarten, auf der Hotelterrasse und im Innenhof sind Pergola, Überdachung, Glaswände und Windschutz möglich, dort gilt die Bauordnung.

Schanigarten oder Gastgarten?

Ein Schanigarten ist in Wien ein Gastgarten auf öffentlicher Verkehrsfläche, also auf dem Gehsteig, in der Fußgängerzone oder in der Parkspur. Er braucht eine Bewilligung nach der Straßenverkehrsordnung und dem Gebrauchsabgabegesetz. Ein Gastgarten auf eigenem Grund, im Innenhof oder auf der Hotelterrasse ist dagegen Privatgrund; dort gelten die Bauordnung und das Betriebsanlagenrecht.

Was im Schanigarten erlaubt ist

  • Der Schanigarten darf seitlich nicht verschlossen werden (keine Einhausung) und kein fixes Dach haben.
  • Senkrechter Sonnen- und Wetterschutz ist nicht erlaubt.
  • Am Gehsteig und in der Fußgängerzone sind nur Schirme oder an der Fassade montierte Markisen möglich.
  • Standmarkisen, Sonnensegel und Planen mit Pfosten nur in der Parkspur, mindestens 2,50 m hoch.
  • Der Sonnenschutz muss beweglich, faltbar oder einrollbar und innerhalb eines Schanigartens einheitlich sein.
  • Kleinflächige Werbung für das eigene Lokal ist auf Schirmen erlaubt.

Schirme und Heizstrahler werden mit dem Schanigarten beantragt. Auch spätere Änderungen am Erscheinungsbild sind zu bewilligen. Ragt eine Markise über den Gehsteig, ist sie bei der Stadt anzuzeigen.

Passend dazu: Sonnenschirme für die Gastronomie und Gelenkarmmarkise.

Das ganze Jahr

Seit der Novelle des Gebrauchsabgabegesetzes Ende 2023 gibt es keine eigenen Winterschanigärten mehr; für Schanigärten gelten das ganze Jahr dieselben Regeln. Der Schanigarten muss auch im Winter und bei Wind und Regen betriebsbereit sein.

Privater Gastgarten, Innenhof und Hotelterrasse

Auf eigenem Grund ist viel mehr möglich: Pergolen mit Lamellen- oder Faltdach, Terrassenüberdachungen, Glasschiebewände, Senkrechtmarkisen und Windschutz aus Glas. Ob dafür eine Bewilligung nötig ist, hängt wie bei jedem Bauvorhaben von Größe, Lage und Ausführung ab. In Niederösterreich ist temporärer Wetterschutz in Gastgärten frei, wenn er im gewerberechtlichen Verfahren geprüft wird.

Mehr dazu: Pergola mit Lamellendach, Glasschiebewände und Windschutz aus Glas, dazu der Ratgeber Bewilligung in Wien.

Die Saison verlängern

Mehr Plätze im Freien und eine längere Saison bringt im privaten Gastgarten vor allem ein Dach, das bei Regen schließt, dazu Schutz von der Seite gegen Wind sowie Heizstrahler und LED-Beleuchtung für kühle Abende. Im Schanigarten helfen große, stabile Schirme in einheitlicher Ausführung.

Projekte aus Hotel und Gastronomie sehen Sie unter Hotel & Gastronomie.

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