Ratgeber

Markise und Wind: Wie viel hält eine Markise aus?

Eine Markise ist ein Sonnenschutz, kein Sturmschutz. Wie viel Wind sie verträgt, steht in ihrer Windklasse — und ein Sensor nimmt Ihnen das Einfahren ab. Hier steht, worauf es ankommt.

Stand: Oktober 2026 · Von Seelavie Home Design, Fachbetrieb für Sonnenschutz und Überdachungen aus 1210 Wien

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Bewilligung nötig ist, entscheidet im Einzelfall die Behörde; die Regeln können sich ändern.

Kurz gesagt

  • Markisen werden nach der Norm EN 13561 in Windwiderstandsklassen von 0 bis 3 eingeteilt.
  • Bei starkem Wind gehört jede Markise eingefahren.
  • Ein Windsensor fährt sie automatisch ein, plötzliche Böen erkennt er aber nicht immer.
  • Bei Dauerregen einfahren, nass eingefahren danach wieder trocknen lassen.
  • Wo es oft windig ist: Pergolamarkise, Senkrechtmarkise mit Schienenführung oder ein festes Dach.

Die Windwiderstandsklassen

Die Klasse sagt, bis zu welcher Windstärke eine ausgefahrene Markise im Test standhält. Klasse 2 entspricht etwa Windstärke 5 nach Beaufort (rund 38 km/h), Klasse 3 etwa Windstärke 6 (rund 49 km/h). Eine Markise ohne Prüfung gilt als Klasse 0.

Wichtig: Die angegebene Klasse ist der Höchstwert. Wie fest die Markise tatsächlich sitzt, hängt auch von Wand, Befestigung und Ausfall ab. Bei Böen und Sturmwarnung fahren Sie die Markise deshalb ein, unabhängig von der Klasse.

Der Windsensor

Ein Wind- und Sonnensensor misst die Bewegung bzw. die Windgeschwindigkeit und fährt die Markise ab einem eingestellten Wert selbsttätig ein, auch wenn Sie nicht zu Hause sind. Er reagiert aber mit kurzer Verzögerung; plötzliche Böen und Fallwinde erkennt er nicht immer rechtzeitig. Er ist eine große Hilfe, ersetzt aber nicht den Blick auf die Wettervorhersage.

Welche Markise bei viel Wind?

  • Die Pergolamarkise läuft in Führungsschienen auf Stehern und bleibt auch bei großer Breite gespannt.
  • Bei der Senkrechtmarkise sitzt das Tuch in Schienen oder mit ZIP-Führung deutlich fester als mit Seilführung.
  • Die Kassettenmarkise schützt das eingefahrene Tuch vor Wind und Wetter.
  • Wo es sehr windig ist, etwa auf Dachterrassen, ist ein festes Dach wie das Lamellendach oft die bessere Lösung.

Mehr dazu: Pergolamarkise, Senkrechtmarkise und Pergola mit Lamellendach.

Regen

Kurzen, leichten Regen hält ein Markisentuch aus, wenn die Markise genug geneigt ist und das Wasser ablaufen kann. Bei Dauerregen fahren Sie sie ein, sonst bilden sich Wassersäcke. Mussten Sie sie nass einfahren, fahren Sie sie bei trockenem Wetter wieder aus und lassen das Tuch trocknen, damit keine Flecken entstehen.

Montage und Pflege

Die Gelenkarme ziehen kräftig an der Fassade. Eine tragfähige Wand und passende Halter, bei gedämmten Fassaden spezielle, sind deshalb die Grundlage für jede Windklasse. Das Tuch bleibt länger schön, wenn Sie es trocken einfahren und Schmutz gelegentlich trocken abbürsten.

Mehr dazu: Gelenkarmmarkise und Kassettenmarkise.

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